Teilimplantate: Optimales Sprachverstehen  

Alternative und Ergänzung zu konventionellen Hörgeräten

Aktive Hörimplantate sind eine wertvolle Alternative bzw. Ergänzung, wenn konventionelle Hörgeräte aus audiologischen, psychosozialen, medizinischen und vor allem auch beruflichen Gründen nicht zweckmäßig oder ausreichend sind.

 

Bei Mittelohr- und Innenohrschwerhörigkeit ließen sich in den vergangenen Jahren mit so genannten Teilimplantaten vielfältige positive Erfahrungen sammeln. Die Systeme wandeln die verstärkten Schallsignale in mechanische Vibrationen, die an Schädeldach (Schädelkalotte) oder Gehörknöchelchenkette des Mittelohrs (Ossikelkette) abgegeben werden. Im Vergleich mit konventionellen Hörgeräten bieten sie insbesondere außerhalb der audiologischen Prüfsituation oftmals Vorteile hinsichtlich Klangqualität, Rückkopplungen und Sprachverständigkeit.     

 

Bereits seit den 1970er Jahren sind unterschiedliche BAHA-Varianten im klinischen Einsatz. Als Knochenleitungsimplantate sind sie damit bereits Klassiker unter den Teilimplantaten. Das Akronym „BAHA“ steht für „bone-anchored-hearing-aid“ (Knochenverankerte Hörhilfe). Kennzeichnend für das System ist eine hohle Titanschraube, die in die Schädelkalotte implantiert wird. Nach Abschluss der Wundheilung wird an der Schraube ein elektromagnetischer Vibrator befestigt. Dieser bezieht seine Signale in der Regel von einem separaten Taschengerät, in dem Mikrophon, Audioprozessor und Batterie untergebracht sind.

 

Eine weitere Variante der Teilimplantat-Versorgung ist die Vibrant Soundbridge, die seit den 1990er Jahren zum Einsatz kommt. Der Vibrator - die so genannte Vibrating Ossiculator Prosthesis (VORP) - wird in diesem Fall als winzige Kapsel in das Mittelohr implantiert. Am langen Ambossschenkel befestigt, regt diese interne Komponente die Ossikelkette mit winzigen Schwingungen an. Diese lassen damit direkt in das auditorische System einkoppeln. Der Vibrator erhält die notwendigen Signale transkutan von einer weiteren kleinen Kapsel übermittelt, die als externe Komponente an der Außenseite des Kopfes befestigt ist und Mikrofon, Stromquelle und Klangprozessor enthält.

 

Relativ neu ist das Teilimplantat Retrox. Dazu wird hinter dem Ohr eine Titanhülse als direkte Verbindung zum Gehörgang implantiert. Auf dem neuen Zugang wird ein kleiner Hörprozessor befestigt. Die Positionierung entspricht damit der eines klassischen HdO-Hörgeräts. Jedoch  benötigt Retrox aufgrund des direkten Zugangs zum Gehörgang weder Ohrplastik (Otoplastik) noch Schallschlauch, um den bearbeiteten und verstärkten Schall zu übertragen.

 

Für die Rehabilitation tauber oder hörrestiger Patienten hat sich der Einsatz von Cochlea-Implantaten (CI) verschiedener Hersteller inzwischen etabliert. CI kommen zum Einsatz, wenn sowohl die äußeren (Aufgabe der Schallverstärkung) als auch die inneren Hörhärchen (Aufgabe, Schwingungen in Nervenimpulse umzuwandeln) der Hörschnecke (Cochlea) geschädigt sind. Beim CI übermittelt eine externe Komponente (Mikrofon, Sprachprozessor, Batterie und Spule) Signale an Elektroden, die in die Hörschnecke implantiert werden und den Hörnerv unter Umgehung des Innenohrs stimulieren. Nach Aktivierung des Implantats muss der Patient das Hören jedoch meist wie eine Fremdsprache lernen.  

 

Gern beraten wir Sie zu den verschiedenen Formen und Einsatzmöglichkeiten der Teilimplantate. Ein HNO-Facharzt muss danach die Indikation feststellen. Die Implantationen erfolgen ambulant oder stationär. In Hamburg arbeiten wir dazu mit den Asklepios-Kliniken in Altona und Harburg zusammen. Später werden die Hörimplantate im Hörzentrum Freiberger aktiviert und im Rahmen eines Hörtrainings sukzessive angepasst.

 

Technologiepartner Teilimplantate

Advanced Bionics
Auric
Cochlear
Med-el
Otologics

Hörzentrum Freiberger Hamburg: Die feine Adresse für gutes Hören - Hörakustik, Im-Ohr-Hörgeräte, Hinter-dem-Ohr-Hörgeräte, Hörimplantate, Tinnitus-Therapie
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